Franz Hoffmann

Schlosser. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1904    † 1943

 

Lebenslauf

Franz Hoffmann wurde am 1.1.1904 in Graz-Liebenau geboren. Er arbeitete als Schlosser und Dreher. 1920 trat er der freien Gewerkschaft, 1922 der sozialistischen Arbeiterjugend, dann der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich bei. 1928 schloss er sich dem republikanischen Schutzbund an. 1941 wurde er Mitglied der KPÖ. Ab 1931 war er als Finanzwacheaufseher der Stadt Graz tätig, wurde 1934 gekündigt und arbeitete schließlich bis 1939 als Monteur und dann wieder im Stadtdienst. Zuletzt war er Kontrolleur im Wirtschaftsamt der Stadt Graz.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 30. 11. 1942 wurde Franz Hoffmann verhaftet und am 22. 6. 1943 in Graz zum Tode verurteilt. Am 8.10.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Im Frühjahr 1942 wies Hoffmann dem Angeklagten [Franz] Wertitsch gegenüber auf die zahlreichen Verhaftungen in Graz wegen staatsfeindlicher politischer Betätigung hin, die, wie Wertitsch nach seiner Angabe richtig annahm, wegen kommunistischer Betätigung erfolgt waren, und hielt ihm die Notwendigkeit einer Unterstützung der Angehörigen der Verhafteten vor. Auch Wertitsch ging auf die Aufforderung ein und zahlte an Hoffmann drei Monate hindurch bis Juni 1942 den begehrten Betrag von je 2. – RM.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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